gemerkt "Ich hasse Hausarbeit! Man macht die Betten, man macht den Abwasch - und ein halbes Jahr später fängt man wieder ganz von vorne an." (Joan Rivers)



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on my desk 30.11.2008

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der perfekte tag

es war einer dieser letzten schönen spätsommertage, an denen die sonne alles in ein weiches licht taucht und einem die welt vorkommt, wie unter einer kleinen glasglocke. die geräusche gedämpft, selbst die zeit schien langsamer dahin zu perlen.

ich hatte mich mit dem mann der gartenfreundin, meinem mitimker, zu früher stunde verabredet, um zum zweiten mal in unserer jungen imkerkarriere den honig zu schleudern.

das grass war nass, unser bienenstand bereits in sonnenlicht getaucht und an den bienenstöcken herrschte eifriger betrieb.

wir trafen in ruhe die vorbereitungen: eine leere zarge mit deckel und boden für die honigwaben. eine schubkarre zum transport der honigwaben vom stock zum gartenhaus. außerdem das "kleine imkerbesteck" (wassereimer, bienenbesen, stockmeißel, schleierhut - aber keinen rauch!)

am vorabend hatten wir in der hütte bereits unsere neue* 4-waben-edelstahlschleuder, das entdeckelungsgeschirr, und den hobock mit den beiden sieben gereinigt und aufgebaut.

vorfreude machte sich breit, aber auch ein wenig nervosität. der imkerpate hatte uns nämlich davor gewarnt, dass die bienen im spätsommer recht angriffslustig wären, wenn man sich an ihren vorräten vergreife. ausserdem war es das erste mal, dass wir ohne anleitung und eskorte zu gange waren.

wir öffneten unser "altvolk" - die friedlichen und fleissigen musterbienen. sie liessen sich binnen 30 minuten ohne proteste ihren honigraum ausräumen.

bienenstock wieder zu, honigwaben in der leerzarge zum gartenhaus gefahren und den ersten (von vielen weiteren) milchkaffees in der morgensonne getrunken.

(immer noch ruhe im garten, kein nachbar, nirgends)

dann ging es an das entdeckeln der honigwaben. wir arbeiteten diesmal gleichzeitig. während der gartenmann links unten begann, kam ich ihm von rechts oben entgegen. konzentriert und harmonisch arbeiteten wir hand in hand, immer wieder tropfen des köstlichen honigs auffangend und verkostend.

dabei stellten wir fest, dass fast jede wabe ein anderes aroma hatte. einige waren eher kräftiger, andere ganz leicht und mild. es schmeckte nach blumenwiese und sommerwind, manche nach morgentau. man glaubt es erst, wenn man es selbst probiert hat.

gegen 11 uhr waren wir fertig. wir hatten 12 waben (in drei durchgängen) geschleudert, den honig durch die siebe laufen lassen und ein winziges gläschen zur direktverkostung abgefüllt.

zufrieden nahmen wir mit frischen brötchen, dem honig und einer weiteren tasse kaffee in unserer sitzecke platz. zeit, die füsse hochzulegen, das gesicht in die sonne zu halten und den wabenwarmen honig auf frische zimtwecken zu streichen. absolut göttlich.

und als wir so da saßen kam mein bruder um die ecke geradelt. hatte auf dem weg in die stadt kind2 getroffen, das auf dem weg in den garten war und spontan einen abstecher eingelegt. bewunderte die veränderungen in unseren garten, ließ sich schnell zu kaffee und honigbrötchen überreden und genoß die unverhoffte stunde in der natur.

es war das, was ich unter einem absolut perfekten tag verstehe. und - glaubt es oder nicht - es gab einen moment da dachte ich: das ist besser als sex.

selten überkam mich eine so grosse ruhe und zufriedenheit.

(leider, leider hatte wieder keiner an eine kamera gedacht, somit müssen die bilder im herzen bleiben. damit sie nicht in vergessenheit geraten, habe ich versucht, sie zumindest mit einigen (unzulänglichen) worten festzuhalten.)

*die neue edelstahlschleuder ist natürlich nicht nagelneu, sondern gebraucht von einem ehemaligen imker erworben. dazu müsste ich eigentlich noch dringen einen beitrag "wie ich mich einmal in alles verliebte" schreiben...
30.8.09 01:04
 



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